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Bürgerinitiative "Alte Schule Eddersheim" (BIAS)

Eddersheim im Jahre 1928. Blick von Süden auf die Kirche St.Martin und die Alte Schule

im Hopfengarten. Die Probsteistrasse bildete zur alten Schule eine "Sichtachse".

(Quelle: Luftbild der Südwestdeutschen Luftverkehrs-AG)

Aktuelle Information vom 05.10.2014

 

 

Leserbrief zum Artikel vom 29.09.2014 Bürgern die Ängste nehmen und Artikel vom 01.10.2014

Asylbewerber werden nicht bewacht

 

Zu dem o.g. Artikel nimmt BIAS (Bürgerinitiative Alte Schule Eddersheim wie folgt Stellung:

 

Die Bürgerinitiative Alte Schule Eddersheim möchte klarstellen, dass sie eindeutig und nachdrücklich die

Aufnahme von Flüchtlingen befürwortet!

Wir begrüßen die Initiativen zur aktiven Integrationshilfe, haben selber über konkrete Unterstützung von Neuankömmlingen beraten und werden uns an diesen Bemühungen aktiv beteiligen.

Dabei können viele Kompetenzen wie jahrzehntelange pädagogische Erfahrung in der Arbeit mit jungen

Migranten eingebracht werden. Denn Integration gelingt umso besser, je früher sie beginnt.

 

Vor der Integrationsphase liegt jedoch die derzeitige Planungsphase, in der wir unser Recht verantwortungsvoll wahrnehmen, uns in diesen Prozess einzubringen.

Wir setzen uns für den Erhalt des 103 Jahre alten Schulgebäudes ein, mit dem in Eddersheim viele Kindheitserinnerungen von Jung und Alt wie aber auch verschiedene Erwartungen verbunden werden.

So könnte hier ein Jugendcafe und ein Anton-Flettner-Museum untergebracht werden.

 

Nach wie vor ungelöst ist die Situation der Kleinkindbetreuung. So werden die Betreuung der U3-Kinder und der Gruppen "Kleine Strolche" und Spielkreis in einem zu kleinen und zudem maroden Pavillon auf dem Schulhof durchgeführt. Die Nachfrage nach Kleinkinderbetreuung ist nachweislich durch unvorhersehbar raschen Zuwachs an jungen Familien enorm gestiegen. Immer dringender werden die bereits 2011 versprochenen geeigneten Räumlichkeiten benötigt und wir werden in Hattersheim nach Aussagen aus dem Stadtparlament 2015 wohl 65 Krippenplätze zuwenig haben.

Auch hier wurden Hoffnungen mit der Schule verbunden. Schließlich sind wir eine Stadt. Auch diese werden nun enttäuscht und zudem scheint sich grundsätzlich Frust aufzubauen, weil Eddersheim als kleinster Stadtteil sehr viele Lasten zu tragen hat.

Erinnert sei nur an Fluglärm, ICE-Strecke und Autobahn. Dazu sollen jetzt neben den 33 bereits vorhandenen Asylbewerbern weitere 44 hinzukommen (gegenüber 42 in Hattersheim und 15 in Okriftel).

Gegen diese Ungleichverteilung wehren wir uns!

Unter diesem Aspekt klingt "Wir sind eine Stadt" doch schon etwas anders.

 

Je gerechter die Verteilung im Kreis und in den Kommunen gestaltet wird, desto größer wird auch die Bereitschaft in der Bevölkerung sein, die traumatisierten Menschen willkommen zu heißen und ihnen zu helfen.

Von politischer Seite (siehe HK vom 29.09.14) werden die Phasen "Planung" und "Willkommenskultur" gerne vermischt, um gute Argumente der Bürger gegen behördliche Vorhaben mit dem Totschlagargument der Ausländerfeindlichkeit, oder mit "Unwissen" und "undefinierten Ängsten" herabzuwürdigen.

 

Tatsächlich haben wir uns sehr intensiv mit den verschiedenen Aspekten der Flüchtlingspolitik auseinandergesetzt und daraus unsere Standpunkte entwickelt.

 

So sprechen wir uns beispielsweise ganz entschieden gegen Sammelunterkünfte aus.

Die Ereignisse in den Sammelunterkünften u.a. in NRW haben unsere Bedenken leider brutal bestätigt.

Die Aussagen von Herrn Wehrle (wiederholt im HK Artikel "Asylbewerber werden nicht bewacht" am 01.10.2014) Asylbewerber möglichst in ganz normalen Wohnhäusern unterbringen zu wollen, bestätigen die Richtigkeit und Wichtigkeit unserer Forderung.

Noch eindringlicher beschreibt es die Aussage vom UN-Flüchtlingskommissar in Deutschland Hans ten Feld:

"Wer vor Verfolgung und Krieg flieht, braucht eine sichere Zuflucht, die mehr ist als eine Schlafstätte!"

 

Im gleichen Artikel wird darauf hingewiesen, dass in Sammelunterkünften Konflikte unter den Flüchtlingen nicht ausbleiben - oft aufgrund der Unterschiedlichkeit ihrer Herkunft und ihrer Religionszugehörigkeit.

Die den Anwohnern unterstellten "undefinierte Ängste" werden von Herrn Johannes Latsch, Sprecher der Kreisverwaltung, als Erfahrungswerte in ganz konkreten Worten definiert.

 

Ebenfalls konkret ist die unmittelbare Nähe der Schule zu den anliegenden Wohnhäusern.

Jede Nutzung der Schule als Wohnhaus stellt für die Anwohner ein Heranrücken an die häusliche Intimzone dar. Jeder kann nachvollziehen, dass niemand die Fenster der Wohn- und Schlafräume nur wenige Meter vis-à-vis gegenüberliegend haben möchte, um nicht permanent möglicher Beobachtung ausgesetzt zu sein.

 

Es versteht sich von selbst, dass der Kreis bei all seinen sicher nicht immer einfachen Bemühungen bei der Unterbringung der Asylbewerber die Belange der direkten Anwohner zu berücksichtigen hat, wie jeder Eigentümer im Rahmen einer Nutzungsänderung.

So werden bauliche Sichtschutzmaßnahmen nötig sein. Vorschläge, wie die unmittelbar betroffenen Anwohner unterstützt oder entschädigt werden können, sind im Zuge einer Aufklärung natürlich willkommen.

 

Ebenso willkommen sind verbindliche Erklärungen, dass die ehrenamtliche Unterstützung auch in 2, 3 oder 10 Jahren noch dazu beiträgt, gemeinsam die notwendige Integrationsarbeit zu stemmen, auch in schwierigen Zeiten und unter widrigen Umständen. Denn der Artikel vom 01.10.2014 stellt bereits in Frage, ob all diese Anstrengungen dauerhaft durchgehalten werden können.

 

Die Anwohner werden sie durchzuhalten haben!

Die Ansprechpartner von BIAS

 

Christiane Ashauer-Herz christiane.ashauer.herz@googlemail.com

Gisela Maaß gisela_maass@gmx.de

Walter Schröder schroeder-hattersheim@t-online.de Pressesprecher

Herr Steinbrech hotel-steinbrech@t-online.de

Heiko Witte Witte.Heiko@web.de

Freddy Neumann info@freddyneumann.de

Frank Wolf e-frank.wolf@web.de

Für weitere Anfragen, Meinungen und Hinweise zum Thema, wenden Sie sich bitte an die Ansprechpartner oder nutzen Sie unsere E-Mail Adresse:

 

info@bias-eddersheim.de

 

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